Hier folgt der Reisebericht. Bilder sind am Ende des Berichts zu finden (Bitte herunterscrollen).
Spanien – eines der beliebtesten Urlaubsländer. Bei den Deutschen besonders bekannt sind die balearischen Inseln, darunter Mallorca, Menorca und Ibiza. Aber auch die Kanaren ziehen eine Menge Menschen an. Meine Reise führte mich 2007 allerdings quer durch Südspanien. Genaue Anlaufpunkte waren Málaga, Granada, Córdoba, Sevilla, Cortez de la Frontera und Jerez de la Frontera.
Bis auf Cortez de la Frontera also eine Städtetour mit Mietwagen vom Mittelmeer an den Atlantik. Ziemlich unspektakulär begann die Reise am Hannover Airport mit einem Flug nach Malaga, von wo aus es ins benachbarte Benalmadena gehen sollte. Von dem ersten Eindruck Spaniens bei der Fahrt durch Malaga sollte man sich nicht täuschen lassen. Auch Benalmadena konnte nicht auf Anhieb mit Schönheit bestechen.
Für vielleicht zwei Nächte gut genug –wäre meine persönliche Empfehlung. Denn die Stadt ist zwar am Wasser, hier und da auch ganz nett, vermittelt dem Individualreisenden aber eher ein Gefühl von Massentourismus. Ein Hotel reiht sich an das nächste.
Für mich ging es deshalb gleich am nächsten Tag weiter nach Granada. Mit ein wenig Wehmut entfernt man sich vom Meer, doch wird dafür alsbald mit Kultur pur belohnt. Denn Granada hat einiges zu bieten. Quantitativ kann ich nicht viele Dinge aufzählen – dafür ist die Qualität der Sehenswürdigkeiten umso größer. Das größte Highlight ist mitunter die Alhambra. Kein Wunder – seit 1984 gehört die Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel zum Weltkulturerbe und ist eines der beliebtesten Touristenziele Europas.
Ich erhöhte die Besucherzahl um eins und war beeindruckt. Nicht nur von der Architektur, sondern auch von den etlichen Gewächsen in den vielen Gärten. Aber auch Wasserspiele tragen zum Staunen des Besuchers bei. Bei schönem Frühjahrswetter und angenehmen Temperatur kann man entspannen – ob an einem Springbrunnen oder bei dem Ausblick über die gesamte Stadt. Das Bauwerk sprengt ein wenig die Vorstellungskraft, weil es einfach so groß und doch an jeder Ecke schön ist. Auch die kleinen Gassen mit einer Vielzahl an kleinen Geschäften, die zur Alhambra hochführen laden zum gemütlichen Schlendern ein.
Granada besitzt viele solcher Gassen und wirkt damit trotz seiner Größe gemütlich. Wer ein wenig Geld über hat, kann auch in einem der Restaurants essen gehen, welche direkt gegenüber der Alhambra liegen und bei Nach einen atemberaubenden Ausblick auf die dann beleuchtete Burg gewähren. Läuft man etwas später weiter durch die Innenstadt, wird das oft von spontanen Improvisations-Musikern begleitet. Darunter auch viele junge Studenten und Schüler.
Die Stadt mit so viel Charme musste ich leider am nächsten Tag schon verlassen, um pünktlich das nächste Ziel zu erreichen: Córdoba.
Córdoba wirkte für mich persönlich ein wenig verloren, zwischen den ganzen anderen Städten auf der Tour. Doch auch in dieser Stadt lässt sich Architektur bestaunen. Die Mezquita gehört wohl zu den bedeutendsten Bauwerken in Córdoba. Auch ich besichtigte die ehemalige Moschee – bei allem Wohlwollen: Mit der Alhambra ist sie nicht zu vergleichen. Stadt, Mezquita und römische Brücke waren das Verweilen für eine Nacht aber auf jeden Fall wert.
Ein Weiteres großes Highlight folgte mit der Stadt Sevilla. Sehr empfehlen zur Osterzeit – denn dann ist in Sevilla und vielen anderen Städten „Prozession“. Sukzessive ist viel los in der Stadt, es findet eine Art Umzug statt. Bei dem religiösen Fest ist fast jeder in der Stadt auf den Beinen. Große Reliquien werden durch die Stadt bis zur Kirche getragen – begleitet von Gesängen und Rhythmen.
Nicht nur die Prozession aber macht die ehemalige Expo-Stadt (1992) interessant. Vor allem die Alcázar, ein großer Palast mit vielen Hallen und Gärten, sollte besucht werden. Paradiesähnlich wird man von viel Vegetation und plätscherndem Wasser zum Verweilen eingeladen. Auch die Stadt selbst bietet viel: Kutschfahrten durch die Stadt sind ebenso möglich, wie ein Spaziergang durch die Einkaufsgassen und den Park. Ein Ausflug zum Plaza de España lohnt sich ebenfalls.
Weiter ging es am nächsten Morgen nach Cortez de la Frontera. Dies aber auf einem kleinen Umweg. Denn zuerst sollte noch Zahara besucht werden – kein Schreibfehler, das Dorf heißt tatsächlich wie eine der größten Wüsten, bloß mit „Z“. So außergewöhnlich der Name, so außergewöhnlich auch die Beschaffenheit der kleinen Gemeinde. Sehr hoch gelegen und mit einem atemberaubenden Ausblick auf Berge und einen großen See. Dieser Ort hat mich fasziniert – wenn man in der Gegend ist, sollte man an Zahara nicht vorbeifahren.
Nach diesem Abstecher ging es nun – relativ spät – nach Cortez de la Frontera. Ebenfalls eine kleine Ortschaft, mein Hotel lag direkt an einer Schlucht und bot aus dem Fenster einen wahnsinnigen Ausblick. In diesem Dorf war es allerdings schwierig, noch etwas Vernünftiges zum Essen zu bekommen. Nach langem Umhergeirre inklusive eines Zusammentreffens mit einer deutschen, ausgewanderten Kneipenbetreiberin, fand sich ein Restaurant mit großer Auswahl relativ außerhalb des Ortes gelegen. Das Hotel war gut – eine Flasche Sekt bekam man beim Empfang gratis.
Bevor ich mich in Richtung Jerez de la Frontera aufmachte, folgte ein weiterer Abstecher nach Ronda. Was soll ich sagen – aus dem Staunen kommt man als Deutscher einfach nicht mehr heraus. Hier sagen Bilder mehr als tausend Worte:
Jerez de la Frontera entfiel bei leider aus gesundheitlichen Gründen. Alles in Allem war es ein wahnsinniger Urlaub, den ich in dieser Form jedem Empfehlen kann. Spanien kleckert nicht, sondern klotzt mit Kultur satt – und hat vor allem viel besondere Architektur vergangener Jahrhunderte und geografische Spezialitäten zu bieten. Denn neben den hier erwähnten Attraktionen, waren da noch die höchste Straße Europas, Tropfsteinhöhlen, Berge und Schluchten, sowie vieles mehr.


















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